Medizintechnik

01 January 2017

Singapur: Internationales Zentrum für Medizintechnik

Dem asiatischen Trend zu führenden Innovationen in der Medizintechnik folgend, betreiben heute 30 weltweit tätige Unternehmen der Branche – darunter Biosensors, Becton Dickinson, Alcon und Hill-Rom – sowie lokale Start-up-Unternehmen wie HealthSTATS und Veredus Laboratories Forschung und Entwicklung in den Bereichen Medizintechnik und Produktentwicklung in Singapur. 2011 wurden in der Medizintechnik in Singapur rund 3,2 Milliarden Euro erwirtschaftet; die Branche beschäftigt im Stadtstaat etwa 9.000 Fachkräfte.

Eine eigene Infrastruktur wie das Medtech Hub, das Biopolis und der Tuas Biomedical Park bietet eine Plug-and-Play-Umgebung für die Bio-Cluster-Community. Darüber hinaus können Medizintechnik-Unternehmen innovative Partnerschaften mit Forschern und Klinikärzten aus dem öffentlichen Sektor nutzen. Spitzentechnologie von globalen Marktführern und die Infrastruktur für Testumgebungen in Krankenhäusern stehen den Unternehmen zu Forschungszwecken ebenfalls zur Verfügung. Zu den Hauptgründen für die Ansiedlung von Medizintechnik-Unternehmen in Singapur zählen unter anderem die Unterstützung seitens der Elektronik- und Feinmechanikbranche, die Verfügbarkeit von Dienstleistungen im Bereich Vertragsfertigung, Entsorgungslogistik und Sterilisationsdienstleistungen sowie eine hervorragend integrierte Logistik.

Als führendes Zentrum für Medizintechnik in Asien ist Singapur der Standort für mehr als 30 Medizintechnik-Unternehmen, die industrielle Betriebe zur Herstellung medizinischer Geräte für den regionalen und globalen Markt eingerichtet haben. Zudem haben die wichtigsten zehn Medizintechnik-Unternehmen ihr regionales Hauptquartier in Singapur und bauen von dort ihre Geschäftsbeziehungen nach Asien aus. Zu den weltweit führenden Unternehmen, die Herstellung, Forschung und Entwicklung sowie zentrale Verwaltungsbereiche nach Singapur verlegt haben, zählen AB SCIEX, Baxter International, Becton Dickinson, BIOTRONIK, Hoya Surgical Optics, Life Technologies, Medtronic und Siemens Medical Instruments. Die Medizintechnik ist Teil des rasch wachsenden Biomedizin-Bereichs in Singapur und hat ihre Produktion von 877 Millionen Euro im Jahr 2000 auf etwa 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2011 fast verdreifacht. Im selben Zeitraum hat sich die Anzahl der Mitarbeiter von etwa 4.000 auf 9.000 mehr als verdoppelt. Bis 2015 will die Medizintechnik-Branche ein Produktionsergebnis von 2,9 Milliarden Euro erreichen.

Eine Vielfalt von Medizinprodukten, von Spritzen und Kathetern über Forschungsgeräte bis hin zu wissenschaftlichen Analysegeräten werden im Land hergestellt, darüber hinaus 10 Prozent aller Kontaktlinsen weltweit, über 70 Prozent der Mikroarrays weltweit und etwa die Hälfte aller international verwendeten Thermocycler und Massenspektrometer. 


Produktion anspruchsvollster Instrumente und Komponenten

Singapur ist Standort des Vertrauens für Unternehmen, die komplexe und qualitativ hochwertige Instrumente und Medizingeräte für den internationalen Markt herstellen. 2012 gab Life Technologies bekannt, dass das Unternehmen ein „Global Instrument Centre of Excellence“ in Singapur eingerichtet habe, in dem Sequenzierungs- und molekulardiagnostische Geräte der nächsten Generation entwickelt und hergestellt werden sollen. Das Unternehmen wird auch Ion Torrent’s „Personal Genome Machine“ in seiner singapurischen Niederlassung produzieren, der einzigen Fabrik für Instrumentenfertigung von Life Technologies außerhalb der Vereinigten Staaten. Medtronic, größter Hersteller autonomer Medizingeräte weltweit, hat ebenfalls seine hochwertige Fertigung von kardiologischen Implantaten und Geräten nach Singapur verlegt. Das Unternehmen hat hier seinen ersten Fertigungsbetrieb für Schrittmacher und die dazugehörigen Kabel im Jahr 2011 eröffnet und damit erstmalig in Asien gefertigte Herzschrittmacher mit Kabeln auf den Markt gebracht.

Singapur bietet zentrale Ingenieurleistungen für medizintechnische Unternehmen, um in die Produktüberarbeitung einzusteigen und die Fertigung zu erweitern. Die breite Basis von hoch qualifizierten und ISO13485-zertifizierten Lieferanten in der Medizintechnik hat umfangreiche Erfahrung in der Zusammenarbeit mit medizintechnischen Großkonzernen und hält die strikten Standardvorgaben zum IP-Schutz und die aufsichtsrechtlichen Vorschriften der US-amerikanischen FDA und der europäischen EMEA konsequent ein. Zu ihren Kompetenzen zählen elektronische Produktkonzeption, Fertigung und Lieferketten-Management, Gießen von Kunststoffteilen, Metallguss und -umformung, Keramik, Oberflächenbehandlung sowie Reinigung, Verpackung und Sterilisation.

Um Partnerschaften zwischen Originalherstellern (OEM) und Zulieferern zu erleichtern und zu befördern, hat Singapur eine Reihe von Plattformen eingerichtet, durch die gewährleistet werden soll, dass sich die Zuliefererkompetenzen dem Bedarf der Branche entsprechend entwickeln. Dazu gehören:

Die vom EDB 2010 ins Leben gerufenen „Partnerschaften für Transformationskapazität“ (PACT), die auch das Modernisierungsprogramm für die lokale Industrie (Local Industries Upgrading Programme) beinhalten, befähigen die lokalen Originalhersteller und Zulieferer dazu, die Fertigungsqualitäts- und Zertifizierungsanforderungen zu erfüllen. Die singapurische Regierung hat 146 Millionen Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren zugesagt, um einen Teil der Qualifizierungskosten für diese Partnerschaften zu übernehmen.

Das „Medical Technology Manufacturing Consortium“ unter der Leitung des Singapore Institute of Manufacturing Technology (SIMTech) – ein öffentlich gefördertes Forschungsinstitut der Regierungsagentur für Wissenschaft, Technik und Forschung (A*STAR) – hat 26 Mitglieder und wurde 2009 eingerichtet, um die lokale Industrie zu stärken und medizintechnische F&E-Plattformen für den Technologie- und Wissenstransfer aufzubauen. Dies geschieht durch die Auswertung der Ergebnisse der F&E-Zusammenarbeit mit den Forschungsinstituten, den Teilnehmern an der Wertschöpfungskette und den multinationalen Konzernen in Themenbereichen wie Optik und Strömungstechnik, neue Materialien, beispielsweise Verbundmaterialien und Legierungen, sowie fortschrittliche Fertigungsmethoden sowohl für die Mikro- als auch für die Großteilbearbeitung.
 

Gut ausgebildete Fachkräfte für die Medizintechnik-Industrie

Singapur hat sich den Aufbau einer industrieorientierten Arbeitnehmerschaft zum Ziel gesetzt, um der Nachfrage von Unternehmen nach global ausgerichteten Nachwuchskräften gerecht zu werden, die auf die Erfordernisse der asiatischen Gesundheitsversorgung eingestellt sind. Das erfordert die Bildung eines von der Anlage und Erfahrung her bereichsübergreifenden (Technik, aufsichtstechnische Wissenschaften, Kliniken) Pools von Nachwuchskräften, die mit dem unternehmensspezifischen Entwicklungszyklus von Medizingeräten vertraut sind.

Schwerpunktprogramme, die sich diesen Anforderungen widmen, sind:

  • Die Medizintechnik-„IDEAS“ des EDB (Innovation, Design, Technik für Asien in Singapur): Das Programm ermöglicht es multidisziplinären Teams von Ingenieuren, VOC (Voice of Customer)-Spezialisten und Regulierungssachverständigen, wertvolles Wissen durch Training on the Job in den F&E-Abteilungen der Unternehmen in Singapur und weltweit zu erlangen.
  • Das „Singapore-Stanford Biodesign“-Programm: Diese Zusammenarbeit des EDB und A*STAR mit der Stanford University wurde ins Leben gerufen, um den Bedarf an innovativen Entwicklern asiatischer Medizingeräte zu decken, die mit den besonderen Anforderungen der Kliniken und Märkte in Asien vertraut sind.
  • Aktuell beschäftigt die Medizintechnik-Sparte in Singapur über 9.000 Fachkräfte in verantwortungsvollen und anspruchsvollen Positionen; diese Zahl soll jährlich um mehr als 20.000 Absolventen aus den Bereichen Wissenschaft und Technik der singapurischen Hochschulen steigen. Zudem haben die Unternehmen Zugang zu einem breiten Angebot von über 300.000 qualifizierten Arbeitskräften aus verwandten Sparten (beispielsweise Pharmazeutik, Elektronik und Technik). Gleichzeitig arbeiten die Regierungsbehörden wie die Singapore Workforce Development Agency (WDA) und das Employment and Employability Institute (e2i) weiterhin eng mit Industriepartnern zusammen, um die Arbeitnehmerqualifikation durch besondere Schulungsprogramme und Weiterbildungsmaßnahmen zu verbessern.


Innovationsorientierter Mikrokosmos

Singapur ist ein asiatischer Mikrokosmos und damit ein idealer Standort für Unternehmen, die neue Technologien und Produktinnovationen entwickeln, neue Lösungsansätze und Systeme für den regionalen und internationalen Markt testen und ihre Forschungs- und Entwicklungstätigkeit sowie ihre Vermarktungsaktivitäten weiter ausbauen möchten.

Um die Gründung von Start-ups für Medizintechnik in Singapur zu fördern, hat SPRING Singapore das 23 Millionen Euro schwere „Biomedical Sciences Accelerator (BSA)“-Programm zur Förderung und Unterstützung innovativer Unternehmen initiiert. SPRING Seeds Capital arbeitet mit dem vor Ort ansässigen Unternehmen Clearbridge Accelerator zusammen, um das Programm mitzufinanzieren und junge medizintechnische Unternehmen aufzuspüren, zu unterstützen, ihr Wachstum zu fördern und ihnen bei der Vermarktung ihrer innovativen Ideen und Technologien zu helfen.

Ein weiteres Beispiel ist „Bio*One Capital“, ein Fonds für Biomedizin. Er gehört zum EDBI, der Investmentsparte des EDB, die sich der Förderung der wissens- und innovationsintensiven Industrien in Singapur widmet. Bio*One Capital investiert in innovative Unternehmen, die Gesundheits-IT, Dienstleistungen, Geräte und Therapeutika anzubieten, war in den vergangenen zehn Jahren entscheidend am Ausbau der Biomedizin-Branche in Singapur beteiligt. Mit mehr als 40 Portfolio-Unternehmen weltweit fördert Bio*One Capital weiterhin innovative, schnell wachsende Unternehmen, die bedeutende Marktchancen anvisieren und eine klare Exit-Strategie haben.

Im Rahmen des Engagements der singapurischen Regierung zur Förderung der Entwicklung innovativer Medizintechnik-Produkte wurden bereits einige erfolgreiche Initiativen gestartet. Ein Beispiel ist die Entwicklung der weltweit dünnsten Tages-Kontaktlinse des japanischen Unternehmens Menicon. Sie heißt „Magic“ und wurde als Neuerung in Singapur entwickelt, im ersten F&E- und Fertigungsbetrieb des Unternehmens außerhalb Japans überhaupt. Die Gesamtinvestitionen für dieses Produkt beliefen sich auf knapp 72 Millionen Euro. Und ein weiteres Beispiel: Die in Singapur ansässige Firma HealthSTATS hat in Zusammenarbeit mit dem Softwareriesen Hewlett Packard ein kabelloses Überwachungsgerät hergestellt, um die Kontrolle des Blutdrucks durch Patienten und Ärzte zu vereinfachen.

Zur Beschleunigung des Vermarktungsprozesses können lokal ansässige Unternehmen ihre Ideen in Zusammenarbeit mit den Kliniken vor Ort testen. So hat beispielsweise Excelpoint mit Unterstützung des KK Women’s and Children’s Hospital sowie einiger Behörden eine neuartige optische Atemüberwachungstechnik entwickelt, um Atemzyklen zu kontrollieren und abnorme Atemmuster bei Neugeborenen zu erkennen.

Mit der Anwerbung von Forschern für eine extensive Feldforschung hat Singapur weitere Schritte zum Ausbau der F&E-Aktivitäten unternommen, sodass die Stadt mittlerweile über 6.000 Forscher aus aller Welt beherbergt. Auch Yoh-Chie Lu, Geschäftsführender Vorstand von Biosensors, und Dr. Eitan Konstantino, Vorstand & CEO von TriReme Medical, Gründer von Quattro Vascular, befinden sich unter den Spitzenwissenschaftlern und Unternehmern, die nach Singapur gezogen sind, um die Leitung von staatlichen Forschungsinstituten, Konsortien und Laboren zu übernehmen und ein nachhaltiges Ökosystem für Start-ups und Venturecapital-Unternehmen zu schaffen.

Als Krönung des Erfolgs lokaler Medizintechnik-Innovation hat der Gründungsjahrgang von Singapore-Stanford Biodesign (SSB) eine „A*STAR Biomedical Engineering Programme (BEP)“-Stipendienausschreibung für sein Projekt „Gaze Tracking for Visual Field Testing in Glaucoma“ im Wert von 292.000 Euro gewonnen. Eine Zusammenarbeit mit dem Singapore National Eye Care Centre und der Computerabteilung der National University of Singapore (NUS) ist vorgesehen, um ein neuartiges Verfahren in die Praxis einzuführen. Zusätzlich hat der zweite Jahrgang von SSB-Stipendiaten den allerersten „Robert Howard Next Step Award“ für Innovationen in der Medizintechnik erhalten: Das Team DiaLock stellte eine sicherere Möglichkeit zur Kontrolle von Blutungen bei laparoskopischen Operationen vor. Das Team wird seine Arbeit an dem Projekt unter Einsatz der „A*STAR BEP Grant“-Finanzmittel fortsetzen.

Durch technische Innovationen in Form von Medizingeräten möchte die „Medical Engineering Research and Commercialization Initiative“ (MERCI) der NUS Patienten helfen, indem sie ihnen praktische Lösungen anbietet. MERCI wird von einer Gruppe erfahrener Ärzte, Ingenieure und Fachleute aus der Medizingeräte-Industrie geleitet. Zentrales Ziel der Initiative ist die Entwicklung von kostengünstigen, innovativen und klinisch testbaren Lösungsansätzen, die dem Gesundheitssystem in Singapur zugute kommen und auf einem systematischen und risikoarmen Modell aufbauen.

Die singapurische Regierung bleibt dem Wachstum der Medizintechnik-Sparte verpflichtet und investiert auch weiterhin in die Forschung. 2010 wurde  für den Zeitraum von 2011 bis 2015 ein Investitionsprogramm von 2,2 Milliarden Euro für die Biomedizin-Forschung bekannt gegeben. Das entspricht einer Erhöhung der Investitionen um 12 Prozent im Vergleich zu den zurückliegenden fünf Jahren und zeigt, dass Forschung und Entwicklung im Bereich Biomedizin in der Langzeitstrategie Singapurs weiterhin Priorität genießt. Somit verstärkt der Stadtstaat seine wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, um nachhaltiges Wachstum zu erreichen und das Land als Asiens Innovationshauptstadt zu etablieren.


Technologie und Public-Private-Partnerships

In Singapur können Unternehmen mit Wissenschaftlern öffentlicher Forschungsinstitute zusammenarbeiten, um neue medizintechnische Innovationen und Anwendungen zu entwickeln. Diese Institute haben bereichsübergreifend wichtige Kompetenzen in verschiedenen Technologien aufgebaut, wie etwa Bioimaging (biologische Bildgebung), Zellbiologie, Materialtechnik, Mikroelektronik und Nanotechnologie, die in neue Anwendungen für biotechnologische Instrumente und medizinische Geräte umgesetzt werden können.

Beispielsweise hat die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern vom Experimental Therapeutics Centre (ETC) unter A*STAR und Klinikärzten vom Tan Tock Seng Hospital die erfolgreiche Entwicklung des bis heute vollständigsten und schnellsten H5N1-Testkits für die Vogelgrippe-Erkrankung ermöglicht. Mit diesem sehr hoch entwickelten Kit können Ärzte nun schnell sämtliche vorhandenen Stämme des H5N1-Virus in einem einzigen Test mit fast 100-prozentiger Genauigkeit innerhalb nur weniger Stunden ermitteln. AITbiotech Pte Ltd hat als regionaler Anbieter von Genomdiensten und Molekulardiagnostik-Kits vor Kurzem eine Lizenzvereinbarung mit Exploit Technologies, der Technologietransfersparte von A*STAR, unterzeichnet, um dieses H5N1-Kit regional zu vermarkten.

Als Ableger der Zentrale von BD Technologies in North Carolina, USA, widmet sich das BioVenture Centre in Singapur der Entwicklung von Technologie für Sachgebiete, die auch Zell- und In-vitro-Diagnostik für chronische Zustände und Krankheiten sowie Mittel für Biotherapien, Zellen und Gewebe umfassen. Auf diese Weise kann BD sein Angebot für neue Kunden und Unternehmen deutlich erweitern.


Optimal vernetzte Forschungsinfrastruktur

Das Biopolis ist das primäre Forschungszentrum für Biomedizin, das wichtige öffentliche und private biomedizinische Forschungslabore, -institute und -organisationen beherbergt. Hier ist die Entwicklung der gesamten F&E-Wertschöpfungskette von Biowissenschaften verankert, von der grundlegenden Arzneimittelforschung über die klinische Entwicklung bis zur medizintechnischen Forschung. Durch die Förderung einer Kultur der Zusammenarbeit unter Wissenschaftlern, Technikunternehmern und Forschern und den einfachen Zugang zu hochmodernen Anlagen, wissenschaftlicher Infrastruktur und Spezialdienstleistungen ermöglicht das Biopolis Unternehmen, ihre F&E-Kosten deutlich zu senken und die Entwicklungszeit ihrer Produkte zu verkürzen.

In strategischer Nähe zum Biopolis beherbergt das Fusionopolis die öffentlichen Forschungsinstitute von Singapur, die sich auf Physik und Ingenieurwissenschaften spezialisiert haben. Durch die Förderung von bereichsübergreifender Forschung bei Unternehmen für Biomedizin und in Forschungsinstituten werden die innovativen Kompetenzen Singapurs im Bereich Medizintechnik ebenfalls erweitert.

Und auch weiterhin fördert Singapur medizintechnische Infrastrukturprojekte, um Unternehmen darin zu unterstützen, Kapital zu investieren und Kostenflexibilität zu schaffen. Das Medtech Hub wird die erste speziell für die Medizintechnik-Sparte errichtete Einrichtung in Singapur sein und Medizintechnik-Unternehmen wie Hersteller, Zulieferer und Serviceanbieter beherbergen, das zudem gemeinsame Versorgungseinrichtungen bereithält. Da die Medizintechnik eine stark regulierte Branche ist, wird das Medtech Hub über gemeinsame Sterilisations- und Gemeinschaftseinrichtungen sowie ein Lager verfügen, die alle den Anforderungen an gute Herstellungs-und Vertriebspraxis entsprechen. Das hilft den Unternehmen, Kosten und Risiken bei der Fertigung ihrer Produkte zu senken und zugleich die aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu erfüllen.
 

Wachstumschancen für Medizintechnik-Unternehmen

Als Heimat der Hälfte der Weltbevölkerung bietet Asien neue Wachstumschancen – nicht zuletzt durch seine aufstrebende Mittelklasse und die zunehmende Zahl älterer Menschen. Bis 2050 wird die Zahl der Senioren in Asien um 314 Prozent steigen – von heute 207 Millionen auf voraussichtlich 857 Millionen.

Eine alternde Bevölkerung, die Verbreitung chronischer Krankheiten und der wachsende Wohlstand der Mittelschicht haben zusammen zu einer erhöhten Nachfrage nach hochwertigen medizintechnischen Produkten geführt. Dies bedeutet enorme Chancen für international agierende Medizintechnikunternehmen, ihre Präsenz in Asien zu verstärken und der Nachfrage nach Gesundheitsleistungen in dieser Region nachzukommen. Der Gesundheitsmarkt in Asien wird Prognosen zufolge von 180 Milliarden Euro im Jahr 2009 auf 256 Milliarden Euro im Jahr 2012 ansteigen – ein Prime Market, der darauf wartet, erobert zu werden.

Da weltweit agierende Medizintechnik-Unternehmen mit der Diversität und Komplexität des regulatorischen Umfelds und mit den Bedürfnissen der Kliniken in Asien umgehen müssen, spielt Singapur eine zentrale Rolle als Tor nach Asien. Neben dem Zugang zu Nachwuchskräften in der Region bietet der Stadtstaat eine stabile unternehmens- und innovationsfreundliche Umgebung, die sowohl Innovationen als auch ein hervorragendes Wachstum in Asien befördert. In vielen Bereichen der Medizintechnik, zum Beispiel im Bereich des Tissue Engineering oder der medizinischen Informatik, wird Singapur als Standort auch zukünftig führend für Innovationen und die Forschung sein.

Medizintechnik-Unternehmen, die den Zugang zu regionalen Märkten suchen, wird es in Singapur durch die unternehmensfreundliche Haltung leicht gemacht, innerhalb kurzer Zeit ihren Betrieb aufzunehmen: Die Registrierung eines Betriebes dauert online lediglich 15 Minuten, die Genehmigung klinischer Studien erfolgt innerhalb von drei bis sechs Wochen. Und ein Fertigungsbetrieb kann bereits nach einer Vorlaufzeit von 24 bis 36 Monaten seinen Betrieb aufnehmen.

Im Hinblick auf die Förderung eines innovationsfreundlichen Klimas für die lokale und internationale Medizintechnik-Branche verfügt Singapur über eine solide „weiche“ und „harte“ Infrastruktur. Erstere umfasst den Schutz und die Durchsetzung von Rechten an geistigem Eigentum, Kernkompetenzen in Wissenschaft und Technik sowie eine Spezialistenbasis, die sowohl die Kunden als auch die aufsichtsrechtlichen Vorschriften gut kennt. Die „harte“ Infrastruktur umfasst das Biopolis und das Fusionopolis – zentrale, speziell errichtete Forschungsstätten, die Unternehmenslabore neben öffentlichen Forschungszentren ansiedeln, um Public-private-Partnerships und Unternehmernetzwerke zu ermöglichen und Innovationen zu fördern.

Als „Biopolis von Asien“ ist Singapur führendes internationales Wissenschaftscluster der Biomedizin. Bislang hat die Regierung über 3,6 Milliarden Euro investiert, um industrielles, menschliches und intellektuelles Kapital in dieser Region aufzubauen – und diese Entwicklung wird weitergehen. Da die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen noch nicht gedeckt ist, können Unternehmen der Medizintechnik sich auf weitere Wachstumschancen freuen, um ihre wirtschaftliche Präsenz zu stärken.

 

Links

Bio*One Capital

Ministry of Health

Singapore Medicine