Umwelt & Wasser

01 January 2017

Den steigenden Bedarf an Trinkwasser decken

Der Mangel an sauberem Wasser und die Umweltzerstörung sind akute Probleme in Asien – Heimat für fast drei Milliarden Menschen, von denen viele in dicht besiedelten Stadtgebieten wohnen. Dies birgt viele Chancen für die Umwelt- und Wasserindustrie, den entsprechenden Bedarf in Asien zu decken.

Seit den Tagen der Wasserrationierung in den 1960er Jahren hat Singapur einen langen Weg zurückgelegt. Angesichts der Herausforderung durch Süßwasserknappheit war der Stadtstaat besonders in der Lage, seine Technologie der Wasseraufbereitung und -wirtschaft anzupassen und neu zu entwickeln, wie etwa durch Wasserrückgewinnung und -entsalzung. In den vergangenen vier Jahrzehnten hat Singapur so eine beachtliche Umweltindustrie mit innovativer Umwelttechnik aufgebaut und eine breit gefächerte und nachhaltige Wasserversorgung aus verschiedenen Quellen eingerichtet, bekannt als die „Four National Taps“: Trinkwasser mit guter Wasserqualität aus lokalen Quellen, aus Importen, aus Wasserrückgewinnung (NEWater) und aus entsalztem Meerwasser. Angesichts der weltweit zunehmenden Sorge um Wasser und Umwelt ist Singapur gut aufgestellt, um die Führungsrolle in dieser Sparte als F&E-Basis sowie als Anbieter von Wasserlösungen zu übernehmen.


Innovativ: Ausbau der Umwelt- und Wasserwirtschaft in Singapur

Der Bereich Umwelt und Wasser ist im Land als wichtiger Wachstumsbereich der Wirtschaft erkannt worden. Aus diesem Grund wurde 2006 das Büro für das Wirtschaftsprogramm Umwelt und Wasser (Environment and Water Industry Programme Office, EWI) eingerichtet. Im Juli 2006 investierte die Regierung knapp 193 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung sowie die Ausbildung von geeignetem Personal in der Wasserwirtschaft. 2011 wurden für Forschung und Entwicklung im Bereich Wasser- und Umwelttechnik weitere 81,8 Millionen Euro bereitgestellt, sodass sich der bewilligte Gesamtbetrag auf knapp 275 Millionen Euro beläuft. Allein der Wertschöpfungsbeitrag der Wasserwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt wird von 2003 bis 2015 voraussichtlich von 366 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro steigen. Gleichzeitig wird sich die Anzahl der Arbeitsplätze in dieser Sparte auf etwa 11.000 verdoppeln, wobei vor allem Fachpositionen und qualifizierte Stellen geschaffen werden.

Das EWI wird vom PUB (Public Utilities Board), dem staatlichen Wasserwirtschaftsamt in Singapur, geleitet und möchte mehr Unternehmen dazu bewegen, ihre Betriebe in Singapur anzusiedeln. Darüber hinaus unterstützt es den Aufbau lokaler Wasserunternehmen und Forschungsinstitute und hält diese dazu an, Spitzentechnologien und Exportkapazitäten für die wachsenden Märkte insbesondere in Nahost und China zu entwickeln.

Mittlerweile ist Singapur als „Globales Hydrozentrum“ anerkannt, in dessen dynamischem Wasserwirtschafts-Ökosystem mehr als 70 Unternehmen angesiedelt sind.

Neben der Wasserwirtschaft wird in Singapur auch die Umwelttechnik- und industrie einschließlich Abfallwirtschaft und Luftreinhaltung gefördert. Vor dem Hintergrund einer steigenden Bedeutung der Umwelt- und Wasserwirtschaft ist Singapur gut aufgestellt, um die Marktführerschaft als F&E-Basis sowie als Anbieter von Lösungen für Umwelt und Wasser zu übernehmen.


Singapur ist ein ideales Sprungbrett für Unternehmen der Umwelt- und Wasserwirtschaft, die sich die Region erschließen wollen. Wir konnten bereits namhafte Unternehmen gewinnen:

• General Electric, Black & Veatch, Marmon Water, Pall Corporation (USA)

• Nitto Denko, Toray Industries (Japan)

• Siemens (Deutschland)

• Veolia und Suez (Frankreich)


Auch sind aus vormals lokalen Unternehmen inzwischen regionale Marktführer geworden. Zu ihnen zählen:

• Hyflux, ein führender Anbieter von weltweiten Wasser- und Umweltlösungen

• Sembcorp Industries, ein weltweit führendes Wasserversorgungs- und größtes Abfallentsorgungsunternehmen in Südostasien

• Keppel Integrated Engineering, die Umwelttechnologiesparte von Keppel Corporation


Optimaler Standort für internationale und lokale Akteure

Singapur liegt bei Umwelt-Innovationen an der Spitze und hat schon früh Lösungsansätze wie NEWater (Abwasserwiederverwertung) und das Deep Tunnel Sewerage System (unterirdische Abwassersammlung und -reinigung) entwickelt. Mittlerweile wird Wasser- und Abfallverwertungstechnik, die in Singapur entwickelt wurde, auch zunehmend im Ausland verwendet. Führende Global Player wie Black & Veatch sowie CH2M Hill aus den USA setzen die in Singapur gewonnene Expertise im Bereich Umwelttechnik bei Projekten weltweit ein. Hyflux baut derzeit in Algerien die weltgrößte Meerwasserentsalzungsanlage -basierend auf singapurischer Expertise.


Wachsende Forschungsgemeinde zum Thema Wasser- und Umwelttechnik zu den Themen Wasseraufbereitung und Umwelttechnik

Gemäß seinem Vorhaben, zukunftsorientierte Lösungsansätze zu entwickeln, die dem Bedarf an Wasser- und Umwelttechnik von Städten gerecht werden, hat Singapur das Nanyang Environment & Water Research Institute (NEWRI) an der Nanyang Technology University aufgebaut. NEWRI ist dabei, sich als umfangreichstes und bestintegriertes Umwelt- und Wasserforschungsinstitut der Welt zu etablieren. Im NEWRI-Ökosystem finden sich:

• das Singapore Membrane Technology Centre (SMTC) – unter der Leitung des renommierten Membranexperten Professor Anthony Fane

• das DHI-NTU Water & Environment Research Centre & Education Hub – eine Zusammenarbeit zwischen NTU und DHI Water & Environment, einer internationalen Organisation für Beratung und Forschung mit Sitz in Dänemark

• das Institute of Environmental Science and Engineering (IESE) – der NEWRI-Bereich für Vermarktung und Übersetzung

• das Residues and Resource Reclamation Centre (R3C) – ein Spezialist für Umweltwirtschaft mit dem Ziel, ein Forschungszentrum von Weltrang für die Abfallentsorgung in der Asien-Pazifik-Region zu werden

• das Advanced Environmental Biotechnology Centre – ein Zusammenschluss der University von New South Wales und NTU im Bereich Umweltbiotechnologie

 

Die National University von Singapur hat zudem das NUS Environmental Research Institute (NERI) aufgebaut, in dem Wasser-und Umwelttechnik-Know-how aus allen Universitätsbereichen vertreten sind. Folgende Einrichtungen sind innerhalb von NERI neu hinzugekommen:

• Die Singapore, Peking, Oxford Research Enterprise (SPORE) – ein Meilenstein der Zusammenarbeit von drei Partnern zwischen NUS, Peking University und Oxford University, die sich auf ökologisch effiziente Technik der Wasseraufbereitung der jüngsten Generation konzentrieren.

• Die Singapore-Delft Water Alliance (SDWA) – eingerichtet von NUS, PUB und Deltares Institute, einem Unternehmen für internationale Forschung und Expertenberatung aus den Niederlanden, mit dem Ziel, Forschung auf dem Gebiet aquatischer Systeme, intelligenter Messgeräte sowie Technik und Technologie im städtischen Wasserkreislauf zu betreiben. Zudem bietet die SDWA auch Master- und Doktorandenprogramme auf den Gebieten Hydraulik und Wasserwirtschaft an.
 

Singapurs „Internationale Wasserwoche“

Um Singapurs Position als globales Zentrum und Marktplatz für umweltfreundlichere Lösungsansätze zu stärken, bringt die jährlich stattfindende Internationale Wasserwoche (Singapore International Water Week, SIWW) internationale Entscheider, Branchenführer, Experten und Praktiker zusammen, um Probleme zu diskutieren, Techniken vorzustellen, Chancen auszuloten und Errungenschaften zu feiern. Die fünfte SIWW fand vom 1. bis 5. Juli 2012 unter dem Motto „Water Solutions for Liveable and Sustainable Cities“ statt und lockte über 18.000 Delegierte und Fachbesucher an. Die sechste SIWW findet im Juni 2014 statt.


Zahlen und Fakten zum Thema Wasser- und Umwelttechnik zur Umwelttechnik in Singapur

•  In nur vier Jahrzehnten hat Singapur für seine wassertechnischen Herausforderungen durch die Entwicklung umfangreicher nationaler Wasserprojekte wie NEWater, des Deep Tunnel Sewerage System und des Meerwasserstaudamms Marina Barrage innovative Lösungen gefunden.

• Singapur hat eine breit gefächerte und nachhaltige Wasserversorgung durch vier verschiedene Quellen aufgebaut, die als „Four National Taps“ bekannt sind (Wasser aus heimischen Quellen, Wassereinfuhr, Wasserrückgewinnung – auch als NEWater bezeichnet – und -entsalzung).

• PUB Singapore, das Staatliche Wasseramt, hat 2007 den renommierten Stockholm Industry Water Award auf der Weltwasserwoche (World Water Week) gewonnen. Mit diesem Preis werden innovative Unternehmensentwicklungen bei der technischen Wasser- und Abwasseraufbereitung, Beiträge zum verbesserten Umweltschutz durch Leistungsoptimierung in Produktionsprozessen, neue Produkte im Bereich Wasser- und Umwelttechnik und andere bedeutende Beiträge von Unternehmen und Branchen prämiert, die die Wasserbedingungen weltweit verbessern helfen.

• Angesicht der Erkenntnis, dass die Bereiche Umwelt und Wasser eine Chance für neues wirtschaftliches Wachstum bieten, hat sich die Regierung 2006 durch die Gründung des Environment & Water Industry Programme Office (EWI) an die Spitze der umwelt- und wasserwirtschaftlichen technologischen Entwicklung gesetzt. Insgesamt wurden knapp 275 Millionen Euro (rund 193 Millionen Euro in 2006, weitere rund 82 Millionen Euro in 2011) bereitgestellt, um Singapur als F&E-Basis für Lösungsansätze im Bereich Wasser- und Umwelttechnik auszubauen. Der Wertschöpfungsbeitrag zur Volkswirtschaft von 366 Millionen Euro in 2003 soll bis 2015 auf 1,2 Milliarden Euro gesteigert werden. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Sparte Wasser- und Umwelttechnik wird sich den Erwartungen zufolge bis 2015 auf etwa 11.000 Fachpositionen und qualifizierte Stellen verdoppeln.

 

Links

EWI Scholarships

Global Hydrohub Brochure

Singapore Environmental Industry Directory

Singapore Green Building Council

SIWW Singapore International Water Week